Das Jahresrad dreht sich. Die ersten Zeichen des Herbstes sind bereits sichtbar. Die Schwalben machen sich auf in Richtung Süden. Die Hochzeit der Kräuterernte geht langsam zu Ende und es beginnt die Zeit der leuchtenden Beeren, Früchte und Samen. Der Sonnengott Lugus hat mit seiner Feuerkraft alles zum Reifen gebracht. Die Beeren des schwarzen Holunders sind bereit gesammelt zu werden. Aber auch die Früchte der Brombeere, der Hundsrose, Schlehe, und des Weißdorns sowie vieler Obstsorten wie Apfel und Zwetschke erstrahlen in wunderschönen Farben. Blau, Rot und Orange. Sie versorgen unser Immunsystem in der Herbstzeit mit wichtigen Nähstoffen und Vitaminen und bereiten unseren Körper gut gestärkt auf die kalte Jahreszeit vor. Es wird verarbeitet, eingelegt und eingekocht.
Für unsere Vorfahren war jetzt eine wichtige Zeit, um für diese dunkle Jahreszeit vorzusorgen. Wenn die Wettergötter gut gestimmt waren, fiel die Ernte reichlich aus und man dankte ihnen für diese reichliche Fülle. Diese Dankbarkeit wurde zur Herbsttagundnachtgleiche ausgelassen gefeiert. Das erste Bier und Wein wurde genossen. Erntegaben wurden der Erdgöttin dargebracht. Wagen wurden geschmückt, Kornpuppen gebunden und wunderschöne Kränze aus herbstlichen Geschenken gebunden. Menschen steckten geschmückte Stäbe in die abgeernteten Felder, um für Segen für das nächste Jahr zu bitten.
Mit der Herbsttagundnachtgleiche am 22.09. beginnt die dunkle Jahreshälfte. Es ist ein Wendepunkt. Tag und Nacht sind gleich lang. Das Leben beginnt sich langsam in den Bauch von Mutter Erde zurückzuziehen, um sich geborgen und beschützt bis zum Frühjahr auszuruhen. Die Dunkelheit nimmt sich langsam ihren Raum. Zu dieser Zeit wird der ewige Zyklus von Werden und Vergehen deutlich spürbar.